»Sie ist
ein Wettkampftyp«: Trainer Roland Berger traut Vera
Nohse eine Platzierung zwischen 20 und 30 zu.
Trampolin-WM:
Daumen drücken für Vera Nohse
Nichts
zu verlieren
Bielefeld
(WB). Vorhang auf für die Solistin der Schwerelosigkeit:
Vera Nohse von der SV Brackwede ist erst 17 Jahre jung,
doch Stützpunkttrainer Roland Berger weiß
um ihr großes Potenzial. Alleine die Teilnahme
an den 23. Weltmeisterschaften im Trampolinturnen ist
ein Riesenerfolg. »Es ist ihr erster Wettkampf
in dieser Größe. Vera misst sich mit der
absoluten Weltspitze«, meint Berger und ist gespannt,
ob und wie die Debütantin die Nervosität abschütteln
kann. Heute bestreitet die Jugend-Europameisterin (2000)
und amtierende deutsche Meisterin den. vorläufig
wichtigsten Wettkampf ihrer Karriere. »Vera ist
ein Wettkampftyp. Sie hat nichts zu verlieren, und so
wird sie auftreten«, traut Berger ihr im erlesenen
Einzelfeld eine Platzierung zwischen 20 und 30 zu.
Willkommen in der Welt des Fliegens:
Die WM mit 403 Sportlern aus 42 Nationen findet. bis
zum Sonntag in der Stadionsporthalle Hannover statt.
Helmut Nohse, Vater und WTM-Pressereferent, drückt
seiner Tochter die Daumen. »Gerade bei internationalen
Wettkämpfen hat sich Vera immer toll zusammengerissen.
Auf das bisher Erreichte kann sie absolut stolz sein.
Aber zehn Sprünge in solch einer Atmosphäre
musst du erstmal hintereinander bringen«.
Bereits seit einer Woche weilt die Abiturientin des
Gymnasiums Barntrup in Hannover. Davor hatte Bundestrainer
Michael Kuhp die Nationalmannschaft bei Lehrgängen
in Salzgitter und Bad Kreuznach auf das außergewöhnliche
»Heimspiel« vorbereitet. »Die Klausuren,
die sie verpasst hat, muss sie natürlich nachholen«,
erklärt Helmut Nohse, selber Pädagoge am städtischen
Gymnasium Barntrup.
Mit der Qualifikation für die olympischer Spiele
in Athen 2004 wird sein Schützling (persönliche
Bestleistung: 103,8 Punkte) wohl nichts zu tun haben.
»So weit ist sie noch nicht«, erklärt
der ehemalige Trampolin-Bundestrainer Roland Berger
(1995 bis 1998), der die WM als Zuschauer erlebt. Mit
Irmgard Erl (Grünwald) - _ mit ihr gemeinsam turnt
Vera Nohse am Samstag den Synchronwettbewerb - und Jessica
Simon (Bad Kreuznach) zählen zwei weitere ehemalige
Brackwederinnen zum deutschen Team, das sich das Erreichen
des Finales der besten Fünf zum Ziel gesteckt hat.
»Dort gewinnt aber oft nicht die beste Mannschaft,
sondern die, die an dem Tag das meiste Glück hat«,
erklärt Berger. Im Finale müsse gepokert werden.
Nur drei Sportler bilden dann die Truppe, und es gibt
kein Streichergebnis mehr. »Nur ein Sprung, der
daneben ist, und das war's«.
Nach den WM-Tagen schließen sich in Hannover vom
21. bis 24. Oktober die 16. Weltjahrgangskämpfe
an. Derweil Roland Berger dann als Trainer fungiert,
wird Heidi Berger als Kampfrichterin eingesetzt. Der
Bundesstützpunkt Brackwede schickt seine Talente
Ronja Schiprowski, Sven-Oliver Grethe und Maurice Ehlert
ins Rennen. Titelaspirant Alexander Reinhardt - Arm
gebrochen - muss leider verletzt passen.