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Westfalenblatt
Bielefeld, 17.10.2003
 
»Sie ist ein Wettkampftyp«: Trainer Roland Berger traut Vera Nohse eine Platzierung zwischen 20 und 30 zu.
Trampolin-WM: Daumen drücken für Vera Nohse
Nichts zu verlieren
 

 

 

 

Bielefeld (WB). Vorhang auf für die Solistin der Schwerelosigkeit: Vera Nohse von der SV Brackwede ist erst 17 Jahre jung, doch Stützpunkttrainer Roland Berger weiß um ihr großes Potenzial. Alleine die Teilnahme an den 23. Weltmeisterschaften im Trampolinturnen ist ein Riesenerfolg. »Es ist ihr erster Wettkampf in dieser Größe. Vera misst sich mit der absoluten Weltspitze«, meint Berger und ist gespannt, ob und wie die Debütantin die Nervosität abschütteln kann. Heute bestreitet die Jugend-Europameisterin (2000) und amtierende deutsche Meisterin den. vorläufig wichtigsten Wettkampf ihrer Karriere. »Vera ist ein Wettkampftyp. Sie hat nichts zu verlieren, und so wird sie auftreten«, traut Berger ihr im erlesenen Einzelfeld eine Platzierung zwischen 20 und 30 zu.

Willkommen in der Welt des Fliegens: Die WM mit 403 Sportlern aus 42 Nationen findet. bis zum Sonntag in der Stadionsporthalle Hannover statt. Helmut Nohse, Vater und WTM-Pressereferent, drückt seiner Tochter die Daumen. »Gerade bei internationalen Wettkämpfen hat sich Vera immer toll zusammengerissen. Auf das bisher Erreichte kann sie absolut stolz sein. Aber zehn Sprünge in solch einer Atmosphäre musst du erstmal hintereinander bringen«.
Bereits seit einer Woche weilt die Abiturientin des Gymnasiums Barntrup in Hannover. Davor hatte Bundestrainer Michael Kuhp die Nationalmannschaft bei Lehrgängen in Salzgitter und Bad Kreuznach auf das außergewöhnliche »Heimspiel« vorbereitet. »Die Klausuren, die sie verpasst hat, muss sie natürlich nachholen«, erklärt Helmut Nohse, selber Pädagoge am städtischen Gymnasium Barntrup.
Mit der Qualifikation für die olympischer Spiele in Athen 2004 wird sein Schützling (persönliche Bestleistung: 103,8 Punkte) wohl nichts zu tun haben. »So weit ist sie noch nicht«, erklärt der ehemalige Trampolin-Bundestrainer Roland Berger (1995 bis 1998), der die WM als Zuschauer erlebt. Mit Irmgard Erl (Grünwald) - _ mit ihr gemeinsam turnt Vera Nohse am Samstag den Synchronwettbewerb - und Jessica Simon (Bad Kreuznach) zählen zwei weitere ehemalige Brackwederinnen zum deutschen Team, das sich das Erreichen des Finales der besten Fünf zum Ziel gesteckt hat.
»Dort gewinnt aber oft nicht die beste Mannschaft, sondern die, die an dem Tag das meiste Glück hat«, erklärt Berger. Im Finale müsse gepokert werden. Nur drei Sportler bilden dann die Truppe, und es gibt kein Streichergebnis mehr. »Nur ein Sprung, der daneben ist, und das war's«.
Nach den WM-Tagen schließen sich in Hannover vom 21. bis 24. Oktober die 16. Weltjahrgangskämpfe an. Derweil Roland Berger dann als Trainer fungiert, wird Heidi Berger als Kampfrichterin eingesetzt. Der Bundesstützpunkt Brackwede schickt seine Talente Ronja Schiprowski, Sven-Oliver Grethe und Maurice Ehlert ins Rennen. Titelaspirant Alexander Reinhardt - Arm gebrochen - muss leider verletzt passen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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